TEILMARKT OST

Attraktive Anlageoptionen in ostdeutschen Wachstumszentren

Die zwölf betrachteten Städte sind aufgrund der Wirtschaftskraft, des Bevölkerungswachstums sowie der ansässigen Universitäten die bevorzugten Investitionsstandorte Ostdeutschlands. In elf der zwölf untersuchten Städte ist die Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren gewachsenin Potsdam (+ 10,7 %) und Leipzig (+ 10,6 %) sogar im zweistelligen Prozentbereich. Einen wichtigen Anteil haben Studenten: Seit 2010 ziehen jährlich mehr Studienanfänger von West- nach Ostdeutschland als umgekehrt. Auch die Entwicklung der Kaufkraft pro Kopf ist ein Indikator für die Attraktivität der Standorte. Am stärksten wuchs diese in Zwickau (+ 4,0 %) und Halle (Saale) mit + 3,8 %.


Anhaltende Dynamik bei günstigen Einstiegspreisen

Diese Rahmenbedingungen bewirken eine Zunahme der Wohnraumnachfrage und einen Rückgang des Leerstands. Dies fördert die Sicherheit der Mieteinnahmen. Bundesweit sind ostdeutsche Städte gemessen am Transaktionsvolumen in drei der vier Städtekategorien führend. Das zeigt die Dynamik der Anlagemärkte in den neuen Bundesländern. So weist Berlin unter den A-Städten mit 5,5 Mrd. EUR wie gewohnt das höchste Transaktionsvolumen auf. Dresden (1,2 Mrd. EUR) und Leipzig (810 Mio. EUR) führen die B-Städte an, Halle (Saale) mit 217 Mio. EUR die D-Städte. In allen untersuchten ostdeutschen Städten sind die Faktoren und Quadratmeterpreise zwischen 2014 und 2019 gestiegen. Leipzig, Halle (Saale), Chemnitz und Rostock verzeichneten in diesem Zeitraum sogar einen im Vergleich mit den 67 untersuchten Standorten überdurchschnittlichen Anstieg in allen Stadtlagen. Trotz dieser Entwicklung sind die Einstiegspreise in Ostdeutschland im Bundesvergleich immer noch günstig: Im Jahr 2019 wiesen nur Berlin und Rostock in allen Lagen überdurchschnittliche Quadratmeterpreise auf. Die weiteren betrachteten Städte sind lageunabhängig mehrheitlich von unterdurchschnittlichen Quadratmeterpreisen geprägt. Somit sind in Ostdeutschland Anlagen auch mit einem verhältnismäßig geringen Gesamtvolumen weiterhin möglich.


Neben den Kaufpreisen entwickelten sich auch die Mieten zuletzt dynamisch. Die durchschnittliche Angebotsmiete nahm im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr in elf der zwölf Städte zu. Dennoch sind politische Regulierungen wie ein Mietendeckel, zumindest für die mitteldeutschen Städte, vorerst kaum zu erwarten. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist weiterhin gesund. So kann in Leipzig auch in zentralen aufstrebenden Lagen beispielsweise noch für unter 7,50 EUR/m² gemietet werden. Das moderate Mietpreisniveau ermöglicht Immobilienbesitzern somit weiterhin Mietsteigerungs- und Entwicklungspotenziale.


„Dank des Zusammenspiels von weichen und harten Standortfaktoren bleibt der ostdeutsche Immobilienmarkt auch in den kommenden Jahren attraktiv.”

Ralf Oberänder, EuV Sachsen Immobilien GmbH, Geschäftsführender Gesellschafter

Im Gespräch mit Ralf Oberänder

Ralf Oberänder, Geschäftsführender Gesellschafter Engel & Völkers Commercial Sachsen/Sachsen-Anhalt, erläutert im folgenden Interview die Marktsituation für Wohn- und Geschäftshäuser in Ostdeutschland.

Wieso sollten Anleger gerade in Ostdeutschland agieren?

Oberänder: Die für Ostdeutschland typischen, nach der Wende kernsanierten Altbauten, bieten nach wie vor sehr moderate Kaufpreise. In Leipzig und Dresden ermöglichen gut sanierte und entwicklungsfähige Immobilien in allen Lagen lukrative Investments. Städte wie Halle (Saale) sowie Chemnitz/Zwickau sind renditestarke Alternativen zu den Top-Städten bzw. eignen sich als attraktive Beimischung.

Welche Standortvorteile bieten die ostdeutschen Städte?

Oberänder: Neben Leipzig und Dresden verfügen auch Halle (Saale), Erfurt und Jena über traditionsreiche Universitäten. Somit sorgen die Wachstumskerne als Hochschul- und Forschungsstandorte nachhaltig für Zuzug junger Leute.