TEILMARKT WEST

Räumliche Nähe ermöglicht
vielfältige Anlagen

Der Markt für Wohn- und Geschäftshäuser in Westdeutschland entwickelt sich weiterhin dynamisch. In den 21 untersuchten Standorten wurden im Jahr 2018 Objekte mit einem Volumen von 5,0 Mrd. EUR transferiert. Rund die Hälfte davon entfiel auf die vier größten Städte Köln (1,1 Mrd. EUR), Düsseldorf (578 Mio. EUR), Dortmund (483 Mio. EUR) und Essen (446 Mio. EUR). Das Transaktionsvolumen in den untersuchten Standorten übertraf den Vorjahreswert um 10,7 %. Auch die Anzahl an Verkäufen von Wohn- und Geschäftshäusern legte zu. In den untersuchten Städten wurde im Jahr 2018 das starke Vorjahresniveau nochmal knapp übertroffen (+ 1,0 %).

Heterogene Angebotsstruktur

Die polyzentrische Raumstruktur in Nordrhein-Westfalen ermöglicht vielfältige Anlageoptionen in Wohn- und Geschäftshäuser auf einem geographisch kleinen Raum. Marktpotenziale eröffnen sich nicht nur in den zehn der 20 größten Städte Deutschlands. Auch die dynamischen, nahegelegenen C- und D-Städte wie Mönchengladbach, Hagen oder Neuss bieten Potenziale. So können lohnende Investments in Alternativstädten gefunden werden, die von den gleichen, übergeordneten Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklungen Nordrhein-Westfalens profitieren. In 19 der 21 untersuchten Standorte wuchs die Bevölkerung im Zeitraum von 2013 bis 2018 – in den A-Städten Düsseldorf (+ 4,7 %) und Köln (+ 4,6 %) am stärksten. Der Zuwachs ist auf Zuzüge aus dem gesamten Bundesgebiet zurückzuführen. Trotz Strukturwandel im Ruhrgebiet ist die Leistungs- und Innovationsfähig keit der Industriebranchen nach wie vor Antrieb der Wirtschaft. Auch die Kreativ- und Medienwirtschaft sowie Schlüsselbranchen aus den Bereichen Gesundheit und Ernährung gelten als Faktor für wirtschaftliches Wachstum. In allen untersuchten westdeutschen Städten reagierte der Wohnungsmarkt zuletzt mit wachsenden Angebotsmieten auf die erhöhte Wohnraumnachfrage. In Leverkusen (+ 5,9 %) und Solingen (+ 5,8 %) fiel der Anstieg am deutlichsten aus.

Im Gespräch mit Ulrich Dahl

Ulrich Dahl, Geschäftsführer der Engel & Völkers Commercial Rheinland GmbH und seit dem Jahr 1993 im Engel & Völkers Netzwerk, erläutert die Marktsituation in Nordrhein-Westfalen.

Wie bewerten Sie den westdeutschen Markt für Wohn- und Geschäftshäuser?

Dahl: NRW bleibt einer der vielfältigsten deutschen Märkte. Städte, wie Aachen oder Münster, die sich durch eine starke Wirtschafts- und Bevölkerungsdynamik auszeichnen, sind, neben den großen Zentren an Rhein und Ruhr, hoch attraktiv. Auch Städte wie Wuppertal, Duisburg oder Bochum rücken aufgrund vergleichsweiser hoher Einstiegsrenditen zunehmend ins Blickfeld professioneller Anleger.

Welche zukünftigen Trends sollten Investoren und Bestandshalter berücksichtigen?

Dahl: Der starke Zuzug wird mittelfristig anhalten. Allerdings wird ein großer Teil der Wohnraumnachfrage in die B-, C- und D-Städte ausweichen. Wir rechnen dort mit den prozentual stärksten Preisanstiegen.

„Aufgrund der regionalen Kompaktheit kann in NRW ein vielfältiges Immobilienportfolio in einem geographisch kleinen Raum aufgebaut werden.”

Ulrich Dahl, EVC Rheinland GmbH, Geschäftsführer