WGH-RATGEBER ZUR TRINKWASSERSCHUTZVERORDNUNG

Trinkwasserverordnung:
Sicherstellung der Trinkwasserqualität

Immobilieneigentümer sollten prüfen, ob veranlasste Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserqualität rechtskonform, fachmännisch und kosteneffizient sind.

Wir empfehlen eine regelmäßige Untersuchung der Trinkwasserqualität, um Kosten für die Beseitigung einer eingetretenen Störung zu vermeiden und den Werterhalt der Immobilie zu fördern. Über Engel & Völkers erhalten Sie bei unserem Kooperationspartner DIWA eine kostenfreie Erstberatung und exklusive Rabatte bei Laboruntersuchungen. Welche weiteren individuellen Maßnahmen den Wert Ihrer Immobilien positiv beeinflussen, erfahren Sie ebenfalls bei Ihrem Engel & Völkers Ansprechpartner.

Jan Kotonski, Engel & Völkers Commercial, Head of Sales Development

Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau. In der Praxis wird vom Versorger reines Wasser geliefert. Jedoch wird das Wasser häufig in der Hausinstallation belastet – indem es dort nicht gewartete Filter oder alte Rohrsysteme durchströmt oder in nicht vollständig zurückgebauten Totleitungen stagniert. Um den Verbraucherschutz und die trinkwasserhygienische Sicherheit weiter auszubauen und auf die Qualität des Wassers in Wohngebäuden auszudehnen, ist am 9. Januar 2018 die „Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften“ in Kraft getreten. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) bildet die rechtliche Grundlage für die Sicherstellung der grundsätzlich sehr guten Trinkwasserqualität in Deutschland.

Eigentümer in der Pflicht

Wasserwerke haben dafür Sorge zu tragen, dass das Trinkwasser in der gesetzlich vorgeschriebenen Qualität in den Leitungen der Gebäude ankommt. Eigentümer bzw. Betreiber einer Trinkwasserinstallation wiederum haben zu gewährleisten, dass das Trinkwasser auch hygienisch unbedenklich an den Nutzer weitergegeben wird. Adressaten der TrinkwV sind damit neben den Wasserwerken insbesondere die Inhaber der Trinkwasserinstallationen bzw. vom Eigentümer beauftragte Parteien. Die TrinkwV verpflichtet den Eigentümer einer Wasserversorgungsanlage zur regelmäßigen Untersuchung der Wasserqualität. Welche Aufgaben sich daraus konkret ergeben, hängt davon ab, ob es sich um ein Wohnhaus oder ein öffentliches Gewerbeobjekt handelt, wo die Anforderungen deutlich höher sind. Die Trinkwasseruntersuchung muss in Mietshäusern alle drei Jahre erfolgen, in öffentlich zugänglichen Gebäuden sogar jährlich. Kommt der Eigentümer des Objekts der Untersuchungspflicht nicht nach, begeht er eine Ordnungswidrigkeit bzw. Straftat – so enthält § 25 der TrinkwV 29 Bußgeldtatbestände. Wer Mietern vorsätzlich oder fahrlässig mikrobiologisch oder chemisch verunreinigtes Trinkwasser zur Verfügung stellt, begeht eine Straftat und kann gemäß Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe belegt werden. Darüber hinaus können sich Forderungen seitens betroffener Mieter ergeben. Zur Umsetzung der Verordnung werden den Gesundheitsämtern umfassende Aufsichtskompetenzen eingeräumt, wie etwa bei der Überprüfung auf Legionellen oder hinsichtlich des Eintrags von Blei in das Trinkwasser.

Ratgeber Trinkwasserverordnung

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Ausnahmen der Prüfpflicht

Unter die Prüfpflicht fallen Gebäude, in denen eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung betrieben wird, in denen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird oder in denen es zur Vernebelung (Aerosolbildung) von Trinkwasser kommt. Eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung verfügt entweder über einen Speicher- oder einen zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder aber über einen Inhalt von mehr als drei Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle. Nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung. Ein- und Zweifamilienhäuser verfügen per definitionem über keine Großanlagen und sind daher von der Prüfpflicht nicht betroffen. Eine wohnungseigene Warmwasserversorgung mit elektrischem oder gasbetriebenem Durchlauferhitzer / Warmwasserbereiter in der Küche oder dem Bad fällt in der Regel ebenfalls nicht unter den Begriff Trinkwassergroßanlage.

Kosten und Durchführung

Die Kosten für die regelmäßig erfolgenden Trinkwasseruntersuchungen können als laufende Kosten auf Mieter umgelegt werden, weil die Maßnahme der Aufrechterhaltung des ordnungsgemäßen Gebäudebetriebs dient. Nicht umgelegt werden können die Kosten für die Beseitigung einer bereits eingetretenen Störung. Die Trinkwasseruntersuchung muss von einer fachkundigen Person durchgeführt werden, es empfiehlt sich daher die Beauftragung eines Fachbetriebs.

„Immobilieneigentümer sind mit der regelmäßigen Prüfung der Trinkwasserqualität definitiv besser beraten, als mit einem Abwarten auf den Schadensfall.”

Jan Kotonski, Engel & Völkers Commercial, Head of Sales Development